Marshall Rosenberg sagt: Im Wesentlichen sagen wir in jeder Kommunikation entweder Bitte oder Danke.

Hier zeige ich dir, auf welch unglückliche Art und Weise oft Bitte und Danke gesagt wird. Ich zeige dir, wie Kommunikations-Sperren entstehen und wie sie wirken.

Stell dir einen Menschen vor – so wie er oder sie die Welt sieht. Um diesen Menschen liegt ein Seil, das symbolisiert die Welt dieses einen Menschen.

Jeder Mensch ist ein Individuum.

Stell dir vor, dass um jeden Menschen auf der Welt so ein Seil als Symbol liegt, das markiert: Er und seine Welt, sie und ihre Welt, Du und Deine Welt, ich und meine Welt.

 

Was uns alle Menschen auf der Welt unterscheidet:

In uns gibt es 3 Dinge, die uns alle Menschen, uns alle Welten voneinander unterscheiden:

Vergangenheit – Gegenwart – Erwartungen und Ziele

Diese 3 Dinge spielen in jeder Kommunikation eine wesentliche Rolle.

 

  1. Vergangenheit: Alle Erfahrungen, die du bisher gemacht hast.

Sobald eine Situation von außen herantritt, wird diese vom Gehirn automatisch abgeglichen mit dem, was du aus der Erfahrung heraus schon kennst, wird eingeordnet und bewertet.

 

  1. Gegenwart / Jetzt: Wie es dir jetzt gerade geht.

Es macht einen großen Unterschied aus,

  • ob du in deiner Mitte ruhst, gerade sehr entspannt und gelassen bist,
  • oder ob du voll gestresst bist und eh nicht weißt, wie sich alles ausgehen soll
  • oder du so müde und erschöpft bist und nicht mehr kannst
  • oder ob du gerade grantig und verärgert bist.

 

Stell dir diesen Unterschied mit folgender Situation vor: Jemand kommt und bittet dich eilig: „Kannst du das auch noch schnell machen! Bitte?“

Deine momentane Befindlichkeit spielt in dieser Situation eine wichtige Rolle.

Du wirst anders re-agieren, wenn du gelassen bist, als wenn du gestresst, oder müde oder ärgerlich bist. Der Auslöser ist der Gleiche.

 

  1. Erwartungen und Ziele:

Alles, das im Außen passiert wird in dir auch automatisch abgeglichen mit den deinen Erwartungen, deinen Vor-Stellungen, deinen Zielen.

 

Solange sich nun die anderen Menschen im Außen so verhalten, wie es dir in deiner Welt passt, ist ja eh alles in Ordnung.

Doch es passiert immer wieder, dass sich draußen jemand anders verhält, dass etwas anders läuft, als du dir das in deiner Welt idealerweise vorstellst.

Und dann passiert etwas! In dir!

In dir kommt etwas ins Schwingen.

 

Was hier passieren kann, zeige ich dir anhand von 3 Beispielen.

 

Was uns alle Menschen auf der Welt verbindet:

Es gibt nicht nur Dinge, die uns alle voneinander unterscheiden, sondern es gibt auch Dinge, die uns alle Menschen auf der Welt miteinander verbinden.

 

Alle Menschen auf der Welt haben die gleichen Grund-Bedürfnisse.

Wir haben nicht nur physiologische Grundbedürfnisse, wie etwa Nahrung, Ruhe, Schlaf, Wasser, Luft und Licht, …

Wir haben auch Grund-Bedürfnisse im Miteinander: wahrgenommen werden, gehört werden, ernst genommen werden, verstanden werden, Respekt, Wertschätzung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen, ….

Das sind nur ein paar Bedürfnisse, die wirklich alle Menschen auf der Welt haben.

 

Newsletter Anmeldung

Hol dir jetzt deine wöchentliche Dosis gewaltfreie Kommunikation.
Melde dich für unseren Newsletter an und erhalte deine wöchentliche Dosis gewaltfreie Kommunikation.
Hol dir jetzt deine wöchentliche Dosis gewaltfreie Kommunikation.

 

Woran merkst du nun, ob deine Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht?

Du merkst es an der Art und Weise, wie du dich fühlst. -LINK EINFGÜGEN

 

Das ist das, was bei allen Menschen auf der ganzen Welt gleich ist.

Alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse.

Alle Bedürfnisse sind gleichzeitig in uns.

Alle Bedürfnisse wollen erfüllt sein / werden.

Weil, wenn sie erfüllt sind, dann fühlen wir uns wohl und gut.

Wenn wir uns nicht gut fühlen, ist das ein Hinweis darauf, dass in uns drin etwas ins Schwingen gekommen ist (eines oder mehrere Bedürfnisse) und dass wir etwas brauchen.

Das kann sprachlich passieren, wenn etwas ins Schwingen kommt:

 

Beispiel 1: Die Mittagsruhe

Stell dir vor:

Es ist zu Mittag. Ich habe mir gerade das Bedürfnis nach Nahrung erfüllt. Ein bisschen mehr, als ich gebraucht hätte 😉 Nun bin ich satt und schwer und müde und habe das Bedürfnis nach Ruhe.

Ich lege mich auf die Couch und döse vor mich hin. Die Welt ist in Ordnung.

Auf einmal passiert etwas! Mit einem lauten Rumms geht die Tür zu.

In dem Moment kann es sein, dass in mir sofort etwas ins Schwingen kommt: Das Bedürfnis nach Ruhe. Das Bedürfnis nach Rücksichtnahme.

 

Es kann passieren, dass ich das auf folgende Art und Weise zum Ausdruck bringe:

„Das gibt’s ja nicht! Kannst du nicht EINMAL die Türschnalle in die Hand nehmen und die Tür leise zu machen??? Du siehst ja, dass hier wer liegt und schläft!!! Du bist so rücksichtslos!“

 

Wichtig ist:

Aus „Ich wünsche mir Rücksichtnahme.“ wird „Du bist rücksichtslos.“

 

Beispiel 2: Die wichtige Besprechung

Stell dir vor:

Es war ausgemacht, dass ich um 8 Uhr wichtige Unterlagen von meiner Kollegin bekomme, die ich um 10 Uhr für eine Besprechung brauche. Um 8 Uhr habe ich nicht daran gedacht, aber jetzt, um kurz vor 10 Uhr merke ich: Die Unterlagen sind nicht da!

In dem Moment, in dem ich daran denke „Huch! Die Unterlagen sind nicht da!“ kann es sein, dass es in mir zum Schwingen kommt:

Es kann sein, dass ich gestresst bin, weil ich Sicherheit brauche.

Es kann sein, dass ich mich ärgere, weil es mir um Verlässlichkeit geht.

 

Die Art und Weise, dass ich (möglicherweise) denke und dies zum Ausdruck bringe, kann sein:

„Die ist so unzuverlässig! Dabei haben wir noch extra geredet und gemailt.“

 

Wieder wichtig!

Aus: „Ich wünsche mir Verlässlichkeit.“ wird: „Jemand ist unzuverlässig.“

 

Beispiel 3: Eine Sache des Respekts

Stell dir vor:

Ich gehe gerade am Gang. Auf einmal höre ich jemanden, den ich kenne, schreien: „Ja, bin ich nur von lauter Vollidioten umgeben?!“

Kann sein, dass dies ein Auslöser ist, dass in mir drinnen das Bedürfnis nach einem respektvollen Umgang zum Schwingen kommt.

 

Die Art und Weise, wie sich dies äußern könnte, ist,

dass ich beispielsweise zu meinen Kollegen in den Sozialraum gehe und sage: „Wie der sich schon wieder aufführt! Der hat echt keine Manieren! Der ist so respektlos!“

Wieder wichtig:

Aus etwas, das ich brauche, nämlich Respekt, wird „Jemand ist respektlos“ Begleitend ist häufig noch Text dabei, wie etwa: „Man kann ja nicht … Das ist echt arg … und so weiter und so fort.“

 

Was du dir sicher gut vorstellen kannst:

 

Wenn jemand so mit anderen Menschen spricht:

  • „Du bist rücksichtslos. Du bist unzuverlässig. Du bist respektlos. …“,
  • dem anderen zuschreibt, wie er oder sie ist,
  • und moralische Urteile gefällt werden,

wenn einem gesagt wird:

  • Was man kann und was man nicht kann,
  • Was ist richtig und was falsch ist
  • Wer Schuld und wer unschuldig ist

Und wenn dann im Sprechenden noch der Druck steigt und dieser mit Forderungen oder Drohungen kommt,

dann wird bei den anderen Menschen wahrscheinlich auch etwas ausgelöst werden

– ein „Angriff“ kommt an.

 

In jeder Aussage, hinter jedem Urteil stecken Bedürfnisse und Bitten.

Mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation kannst du die Bitte hinter diesen Worten erkennen!

Hol dir unseren kostenlosen Gesprächsleitfaden!

Dies ist der Titel des Buttons (nur im Quelltext zu sehen und somit nur für Suchmaschinen wichtig)
Führe deine Gespräche natürlich und überzeugend zum Erfolg!
Dies ist der Titel des Buttons (nur im Quelltext zu sehen und somit nur für Suchmaschinen wichtig)

 

Beispiel 1: Die Mittagsruhe

Wenn ich hier auf der Couch liege und dann fällt die Tür so laut zu,

dann schrecke ich mich und wache auf

und wünsche mir wirklich Rücksichtnahme.

Meine Bitte an dich ist: Das nächste Mal bevor du raus gehst: Schau, ob jemand auf der Couch liegt. Und wenn, dann mach die Tür bitte ganz leise zu.

 

Beispiel 2: Die wichtige Besprechung

Es ist 10 Uhr, die Besprechung fängt gleich an.

Ich bin wirklich gestresst und wünsche mir Verlässlichkeit.

Ich rufe meine Kollegin an und bitte sie: Bitte schick mir sofort die Unterlagen, damit ich sie für die Besprechung habe.

 

Bespiel 3: Eine Sache des Respekts

Ich höre, wie Sie hier schreien.

Mir ist wichtig, dass wir respektvoll miteinander umgehen.

Bitte sagen Sie mir: Was hat Sie konkret gestört, worum geht’s und was hätten Sie jetzt konkret gerne?

 

Du hast in allen 3 Beispielen entdecken können, welche Bitten hier verborgen sind.

Hol dir unseren kostenlosen Gesprächsleitfaden!

Dies ist der Titel des Buttons (nur im Quelltext zu sehen und somit nur für Suchmaschinen wichtig)
Führe deine Gespräche natürlich und überzeugend zum Erfolg!
Dies ist der Titel des Buttons (nur im Quelltext zu sehen und somit nur für Suchmaschinen wichtig)

Was du tun kannst:

Wenn du merkst, dass in dir etwas ins Schwingen kommt und deine Gedanken kreisrum laufen, dann nimm bewusst wahr: In dir ist etwas ins Schwingen gekommen.

Überlege dir:

Was ist Sache?

Worum geht es dir?

Wie hättest du es jetzt gerne?

 

Wenn jemand anderer ins Schwingen kommt und dies auf zu Beginn genannte Art und Weise äußert, kannst auch du bestimmen, wie du das hören möchtest:

Du kannst vermuten und wenn du möchtest auch konkret nachfragen:

Was ist Sache?

Worum geht’s?

Was ist die konkrete Bitte?

 

Diese Form der Kommunikation wird die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass du dich mit den anderen (wieder) besser verstehst und auf eine Wellenlänge kommst.

Währenddessen die Form der Kommunikations-Sperren  wie der Name schon sagt – die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der oder die andere entweder so richtig auf Gegenangriff geht.

Oder sich unterwirft, weil er oder sie sich schuldig fühlt, sich schämt oder Angst vor den Konsequenzen hat.

Es trägt jedenfalls nicht dazu bei, dass wir Menschen uns besser verstehen und gemeinsame Lösungen suchen.

 

In dem Sinne wünsche dir, dass du dich auf die Suche nach den Bitten machst – in deinen eigenen Worten und in den Worten der anderen.

Wie geht es dir mit dieser Art der Kommunikation?

Ich freue mich, wenn du mir schreibst!

Herzlichst,
Irmgard