Heute wird gefeiert! Und zwar richtig!

Als ich vor knapp einem Jahr von Karin Pichler-Kolaric, der Leiterin der Personalentwicklung der KAGES, gefragt wurde, ob ich sie bei der Erstellung von E-Learning-Modulen zum Thema „Wertschätzende Kommunikation“ unterstützen könnte, war ich sofort Feuer und Flamme. Letzte Woche war es dann soweit: Modul 1 – Bewusst kommunizieren- Kooperationsbereitschaft für meine Anliegen und Bitten erhöhen – wurde an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgespielt! Hurra!

Ich möchte an dieser Stelle meine Freude darüber ausdrücken, von unserem Projektteam erzählen, von unserer Zusammenarbeit schwärmen (weil es so schön war und mich so begeistert hat!) und die Gelegenheit nutzen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KAGES meine Wertschätzung anhand von konkreten persönlichen Beispielen auszudrücken!

Und: ich schließe mit einer besonderen Bitte an alle Leserinnen und Leser!

Wertschätzende Zusammenarbeit

Ich feiere, dass ich Teil dieses Projekts sein und meinen Beitrag leisten konnte. Ich feiere die Art und Weise der Zusammenarbeit und unser Ergebnis. Diese Projektarbeit ist auch ein wunderbares Beispiel dafür, dass nicht alle Beteiligten am gleichen Ort sein müssen und wie städte- und länderübergreifende Teamarbeit gelingen kann!

Karin Pichler-Kolaric als Leiterin und Petra Portenschlager als eLearning-Koordinatorin bildeten den Kern vor Ort in Graz, ergänzt durch Siegi Kaiser, der wie Petra auch eLearning-Experte ist. Alle Besprechungen, jeder Austausch, ob per E-Mail oder im persönlichen Online-Meeting, waren fokussiert, konzentriert, fröhlich und wertschätzend. Wenn etwas nicht so klappte, wie wir es uns vorgestellt hatten, wurden die Köpfe zusammengesteckt, Alternativen abgewogen und Lösungen gefunden. Einfach, zielgerichtet und unkompliziert! Was ich nach unseren Vorbesprechungen ausgearbeitet hatte, wurde von Karin Pichler-Kolaric mit Umsicht und Feingefühl geprüft und bei Bedarf angepasst, damit möglichst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Modulen berücksichtigt und angesprochen werden und es für alle möglichst gut passt.

Mit dabei war auch Lisa Pinter aus Wien von common-sense – eLearning & training consultants GmbH. Sie hat zusammen mit ihren Kolleginnen die Texte in eLearningform gebracht und weitere gute Ideen eingebracht. An ihr schätzte ich besonders ihre Professionalität und ihren behutsamen Umgang mit meinen Texten und Ideen bei der Umsetzung in Module.

Schließlich hat Andrea Eidenhammer von der AVbaby motion pictures GmbH mit ihrem Team und engagierten Kages-MitarbeiterInnen (ihr habt das wirklich toll gemacht und beeindruckendes schauspielerisches Talent!) den Inhalten mit der Umsetzung der Drehbücher in wirklich sehenswerte Beispielvideos das Sahnehäubchen aufgesetzt!

So ist ein Produkt entstanden, in dem drin ist, was draufsteht: Wertschätzende Kommunikation 😊

Ich bin zutiefst dankbar, dass ich an diesem Projekt mitarbeiten durfte!

Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, auf diesem Wege meine Verbundenheit und Wertschätzung allen im Krankenhaus Tätigen auszudrücken.

Wertschätzung und vor den Vorhang holen

Oft träume ich in der Nacht, dass ich mich mitten im OP wiederfinde und von meinen alten KollegInnen frisch eingeführt werde. Oder ich sehe mich, wie ich in einem Seminar einen Vortrag halte oder im Teamtraining einen kniffligen Fall zu lösen habe. Wenn ich aufwache und alles ist noch frisch und lebendig, sage ich zu meinem Mann: Heute habe ich schon gearbeitet 😂.

Meine Verbundenheit mit allen, die im Krankenhaus arbeiten, ist in 35 Jahren gewachsen! (siehe auch: Wie ich wurde, was ich bin) Und wenn wir ganz selbstverständlich ins Krankenhaus gehen, wenn wir Hilfe brauchen, dann weiß ich es sehr zu schätzen, dass es diese vielen Menschen vor Ort gibt, die da sind, um professionell zu helfen.

Ich sehe jedes Krankenhaus als lebendiges Wesen, das sich ständig weiterentwickelt. Da ich das Universitätsklinikum Graz so gut kenne, fällt mir das hier besonders auf und ich staune, was sich immer tut und in Bewegung ist. (An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an alle, die im Baumanagement tätig sind). Ich erinnere mich an die Zeit, als es noch die großen Säle mit bis zu 20 Patienten gab (heute sind maximal 6 Betten in einem Zimmer), als die 4. Med und die Kinderinfektion noch dort waren, wo jetzt die HNO ist und die Psychiatrie noch unter der Neurologie untergebracht war und als ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester viele Stationen durchlaufen habe. So viele Menschen aus der Pflege, aus der Medizin, aus anderen Berufsgruppen, die es braucht, um ein Krankenhaus zuverlässig zu versorgen, die mir als junger Frau so viel beigebracht und vorgelebt haben! Diese Zeit der Ausbildung und all das Gute, das wir den Menschen damit tun konnten, habe ich sehr geschätzt.

Dass ich einmal im OP stehen würde, hätte ich damals übrigens nicht gedacht! Die fast 15 Jahre im OP für Unfallchirurgie und Orthopädie! Was haben wir alles geschafft! Was haben wir gelacht! Es hat so gemenschelt und das war das Besondere und das Feine! Ich habe jeden Einzelnen geschätzt! Es war mir eine große Freude und Ehre, nach meiner Kündigung und dem Schritt in die Selbstständigkeit weiterhin verbunden zu bleiben. Sei es in den Seminaren, Schulungen und Teamtrainings mit Mitarbeitenden aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und auch ganz besonders in der Verbundenheit mit allen, mit denen ich früher zusammengearbeitet habe.

Genau diese Menschen haben meinem Sohn das Leben gerettet, als er 2021 mit dem Motorrad verunglückte. Bei all dem Schock und all dem Schmerz hat mir geholfen, dass ich wusste, dass ich mich zu 100 Prozent auf diese Menschen verlassen konnte. Sie würden alles Mögliche tun und ich wusste, dass er in den besten Händen war.

An dieser Stelle möchte ich mich für all die Anteilnahme bedanken, die ihr mir während meiner Zeit in Graz entgegengebracht habt! Die Umarmungen, die mitfühlenden Worte, die Hilfe, wenn ich Fragen hatte oder Unterstützung brauchte – ihr wart einfach da! Ruf mich an, wenn ich etwas für dich tun kann, habt ihr mir angeboten. Und ich habe angerufen. Und ihr habt geholfen. Das hat mich gestärkt und das hat auch meinen Sohn gestärkt. Ihr habt alle euer Bestes gegeben! Ich danke euch so sehr! Ganz besonders möchte ich an dieser Stelle Doris Walter und ihr Team erwähnen! Danke dir, liebe Natalie und deinem Team! Danke Ewald. Danke Michi. 

Danke an alle Ärzte, die an seiner Rettung und Genesung beteiligt waren! Alle Chirurgen, alle Intensivmediziner, alle anderen Ärzte!

Es ist unvorstellbar, wie viele Menschen, deren Herz und Kompetenz es braucht, um ein Leben zu retten. (In der KAGES werden über 1,2 Millionen Patient*innen pro Jahr versorgt, wie viele sind es wohl im gesamten deutschsprachigen Raum!) Dabei sind nicht nur die Menschen in den patientennahen Berufen wichtig (wie auch RTAs und MTDs), sondern auch die in den versorgenden Berufen! Ich spreche zum Beispiel von den „Arterien und Venen des Krankenhauses“. Von den Menschen, die alles Notwendige dorthin bringen, wo es gebraucht wird, und wieder abholen, was zu entsorgen oder zu versorgen ist. Essen, Getränke, Wäsche, Medikamente, Instrumente, alles, was gebraucht wird! Die Menschen, die am Telefon die richtigen Fäden ziehen und verbinden, was verbunden werden muss. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IT und aller technischen Abteilungen. Alle Reinigungskräfte, ohne die die beste Arbeit an hygienischen Problemen scheitern würde. Die Menschen in der Blutbank, der Apotheke, der Küche und alle, die in der Verwaltung ihren Teil dazu beitragen, dass das Gemeinschaftswerk Spital funktioniert. Vom Controlling, dem Bestellwesen, der Personalentwicklung, der Fort- und Weiterbildung und allen, die dafür sorgen, dass das Geld richtig fließt. (All jene, die ich hier nicht erwähnt habe, bitte ich von Herzen, unten zu kommentieren, damit auch ihr gesehen werdet!)

Ein riesiges Netzwerk von Menschen! Je besser sie zusammenhalten und sich verstehen, desto leichter können sie auch Schweres tragen Ein wichtiger Aspekt der wertschätzenden Kommunikation ist die Ausschüttung von Oxytocin bei hilfsbereiten und wohlwollenden Begegnungen. Dies geschieht nicht nur bei den Beteiligten, sondern auch bei denen, die solche Begegnungen beobachten. (siehe: Wie werden Glückshormone ausgeschüttetet? Dopamin, Oxytocin & Co. einfach erklärt. Ab Minute 5 geht es ums Zusammenhelfen). So können alle gemeinsam gestärkt werden und schwierige Aufgaben oder herausfordernde Zeiten leichter bewältigen.

Jeder Einzelne ist wichtig. Kommunikation ist das Bindeglied bei allen Begegnungen! Je besser wir einander verstehen, desto leichter finden wir die richtigen Lösungen.

Es geht um Menschlichkeit und darum, das Beste zu geben – nicht um Perfektion. Freude ist ansteckend, genauso wie Hilfsbereitschaft und gute Zusammenarbeit. Wenn jeder seinen Beitrag leistet und Teams zusammenhalten, kann so viel Gutes entstehen. Ich bin dankbar und froh, dass ich dazu beigetragen durfte.

Danke sagen

Mein Wunsch ist es, den Wert dieser Arbeit im Krankenhaus zu würdigen! Darum lade ich alle Leserinnen und Leser dazu ein: Teile uns deine guten Erfahrungen direkt unter dem Artikel mit. Erzähle uns von tröstenden Händen, mitfühlenden Blicken, professionellen Behandlungen, verständnisvollen Worten oder hilfreichen Informationen, die du im Kontakt mit Spitalmitarbeitenden geschätzt hast (sei es als Patient oder als Angehöriger).

Ich freue mich sehr darauf, von dir zu lesen!

Herzlichst Irmgard