Bewusstes Wohlbefinden

Es ist wieder viel los! Obwohl wir uns nach Ruhe sehnten. Endlich kaum Termine im Kalender. Endlich Zeit für uns. Aber dann? Irgendwie ist doch wieder alles anders. Keine Ruhe wie geplant. Im Kopf rumort es, ein lästiges Hintergrundrauschen erzeugt ein dumpfes Gefühl. Warum bloß?

Das Unsichtbare sichtbar machen: Warum Dein Unterbewusstsein wichtig ist

Wenn es darum geht, glücklich zu sein und ein angenehmes, entspanntes Leben zu führen, ist es wichtig, nicht nur das Bewusste im Blickfeld zu haben, sondern auch das gerade nicht Bewusste mit einzubeziehen, denn es spielt eine große Rolle für unser Gefühlsleben.

Wie wir Menschen uns fühlen, wie sehr wir uns wohlfühlen oder auch nicht, definiert sich nicht nur über das, was wir bewusst denken und wahrnehmen, sondern mindestens ebenso sehr über alles, was unbehandelt im Unterbewussten liegt. Im Mix entsteht der Gefühlszustand in unserer Gegenwart, den wir dann als eine Einheit wahrnehmen.

Das im Unterbewusstsein Angesammelte wirkt wie das hastig Abgestellte und schnell Vergessene in den verborgenen Winkeln und in den sauber geschlossenen Schränken der eigenen vier Wände. All das, was sich im Keller stapelt, auf dem Dachboden sammelt und in der Garage lagert.  Dazu der Crosstrainer, der nach und nach zum Kleiderständer umfunktioniert wurde und nun dem Gewicht der Kleidung standhält. Die Küchenmaschine, die in einem Anfall von Backleidenschaft angeschafft wurde und nun hinter Töpfen und Pfannen verstaubt. Die geschenkten Vasen, die noch nie gebraucht wurden. Wir nehmen es nicht mehr wahr. Aber es ist da. Es wirkt.

Wer sich nach wirklicher Ruhe und Wohlbefinden sehnt, dem hilft eine ehrliche Bestandsaufnahme all der Themen und Fragen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Was beschäftigt uns bewusst oder unbewusst? Allein diese Frage bringt Licht ins Dunkel der eigenen Räume. Wer sind alltägliche Energiefresser? Welche ungelösten Konflikte, verlebte Freundschaften und vergangene Interessen schlummern unter einer dicken Schicht aus Staub? Welche Gedanken, die uns vor Urzeiten eingetrichtert wurden und die insgeheim immer noch wirksam sind, machen uns das Leben schwer?

Das Entscheidende bei dieser Liste ist dann die Überlegung, was ist beeinflussbar, wo können wir aktiv etwas tun, etwas lösen, etwas verändern und was sind die Themen, die wir nicht aktiv lösen können, weil sie in den Händen anderer liegen. Informationen, die wir ungefiltert angenommen haben, warum auch immer. Vielleicht weil sie uns aus familiären oder beruflichen Gründen tangieren, aber sie sind nicht unsere Sache. Das ist das Entscheidende, denn es ist für uns problematisch, wenn wir etwas für wichtig halten, es aber nicht bearbeiten können. Unser Gehirn muss nun irgendetwas damit tun, sonst droht Ungemach.

Jetzt stehen wir also da mit dem erhaltenen Paket. Es ist registriert, aber wir wissen nicht, was wir jetzt damit tun sollen. Wohin damit? Also schieben wir es ins Unterbewusstsein. Da kümmern wir uns vielleicht später drum. Fürs Erste tritt im Bewusstsein eine gewisse Ruhe ein, aber nur vorübergehend. Denn, obwohl wir den verschobenen Inhalt nicht mehr sehen, ist es immer noch ein aktiver offener Posten, den wir fühlen. Weil er sich auch nicht von selbst löst, arbeitet er in uns und erzeugt eine schale Gefühlsmischung, die schwer zuordenbar ist.

Entrümpeln des Geistes: Wie Du innere Ruhe findest

So wie wir uns zu Hause einen Tag vornehmen, an dem wir beispielsweise den Keller entrümpeln, ein bestimmtes Zimmer durchforsten oder einen Schrank ausmisten, so können wir uns auch die Zeit nehmen und unser Unterbewusstsein bewusst anzapfen und durchschauen. Die üblichen verdrängten Verdächtigen kennen wir wahrscheinlich sowieso. Wir müssen nur ehrlich zu uns selbst sein und uns fragen, was wir jetzt damit konkret machen wollen. Abhängig von den Fakten und unseren Bedürfnissen, von dem, was uns für die Gegenwart und unsere Zukunft ehrlich und wirklich von Wert ist, kann es unterschiedliche Entscheidungen geben.

Handelt es sich um eine Beziehung, die uns nur Energie raubt, oder um einen Menschen, der uns das Leben schwer macht, können wir den Kontakt bewusst reduzieren oder sogar beenden. Auch andere Themen können wir für uns klären, wieder abhängig davon, was für uns wesentlich und wichtig ist, um sie dann abzuschließen und nicht mehr neu aufzumischen.

Wir können uns entscheiden, bestimmte Handlungen zu setzen oder Schwieriges nun doch anzusprechen. Wir bereiten uns vor, wir machen uns ganz klar verständlich, vertreten uns selbst in unserer besten Form. Dann schauen wir, wie damit umgegangen wird, was passiert. Lässt es sich gemeinsam klären? Dann ist es gut. Aber wenn danach keine Lösung da ist, dann lösen wir es auf und schieben es nicht mehr ins Unterbewusste zurück.

Wir entscheiden, was jetzt noch zu tun ist und wann für uns Schluss ist, um hier im Prinzip wie beim Spiel Tetris dafür zu sorgen, dass die Dinge sich nicht auftürmen, sondern ineinander fallen und sich damit wundersam auflösen.

Selbstschutz durch Grenzen: Wann Nein sagen wichtig ist

Wenn wir so Thema für Thema aus dem Unterbewussten herausholen und Schritt für Schritt für uns klären, dann entscheiden wir gleichzeitig, wie wir in Zukunft verfahren werden, wenn Ähnliches passiert. Wir erkennen unsere Grenzen, wo wir nein sagen und was wir nicht mehr an uns heranlassen. Nicht, weil wir egoistisch sind, sondern weil wir ganz genau wissen, was uns gehört und was nicht. Das ist eine Abgrenzung zum Selbstschutz, um innerlich reinzubleiben, um Ruhe im Kopf zu haben.

Je weniger sich in unseren Kammern des Unterbewussten ablagert, das wir nicht in der Hand haben, desto mehr stellt sich Ruhe ein, ganz von selbst. Dann verflüchtigt sich diese Schwere, diese undefinierbare Schwere im Kopf, die uns belastet. Dann können wir das, was im aktiven, im bewussten Leben geschieht, das Schöne wie das Schwierige, wie ein prickelndes reines Mineralwasser aufnehmen und erleben, weil es nicht mehr unbewusst zu einer schalen, abgestandenen Brühe vermischt wird.

Das ist ein erstrebenswerter Lebenszustand. Wer das einmal erlebt hat, der wird ab diesem Moment immer klarer und deutlicher erkennen, was er sicher nicht mehr in sich hineinlassen will und wo klare Grenzen zu setzen sind. Ja, wo wir voll und ganz präsent sind und damit die Gegenwart spüren mit dem, was jetzt da ist! Präsenz pur.

Wenn wir verstehen, wie das funktioniert, erkennen wir auch, dass wir nicht dafür verantwortlich sind, wenn andere sich durch ihre überfüllten Speicher ständig belastet fühlen. Genauso wenig, wie wir in die Wohnung unserer Lieben gehen und deren Räume entrümpeln, damit sie sich wohler fühlen, können wir sie von ihren gesammelten Themen befreien, um sie glücklicher zu machen. Nein, das schaffen wir nicht.

Was andere im Unterbewusstsein mit sich herumschleppen, können wir weder angreifen noch verändern, weil wir es nicht kennen. Das weiß nur jeder Betroffene selbst. Du nimmst von außen wahr, dass eine Last auf ihnen liegt, aber du kannst sie ihnen nicht nehmen. Auch wenn das geschätzte, liebe Menschen in unserer nächsten Umgebung sind, können wir diese Aufgaben nicht für sie lösen.

Praktische Schritte zum bewussten Wohlbefinden

Wir können darauf achten, dass in uns alles ordentlich und sauber ist. Sowohl das Bewusste als auch das Unbewusste anderer Menschen gehört ihnen selbst und das bleibt auch so. Beginnen wir nicht, aus einem Gefühl der Verantwortung heraus, die Schwere, die auf lieben Menschen liegt, uns selbst umzuhängen. Im Sinne, da muss man doch was tun können! Damit ist keinem geholfen! Es ist die Grenze, die es zu wahren gilt, auch wenn es uns schwerfällt.

Was wir tun können, ist, dass wir es uns in uns selbst gut einrichten, Ruhe ausstrahlen, positiv, freundlich und liebenswert handeln. Das kann auf andere Menschen anziehend, befruchtend und motivierend wirken. Aber wir können nicht hingehen und andere Menschen nach unserem Bild formen.

Entrümpeln und Ordnung machen kann nur jeder selbst. Nur jeder selbst kann eines nach dem anderen aus seinem Unterbewusstsein herausnehmen, genau anschauen, Klarheit gewinnen, was dazu wichtig ist und wie er damit umgeht. Wegwerfen, zurückgeben, sich aussprechen, gemeinsam klären, alles ist möglich.

Dann entsteht Ruhe. Ruhe im Kopf. Und der friedvolle Gemütszustand der Seelenruhe, ist eines der Ziele für ein glückliches Leben, meinte schon Epikur von Samos (341 – 270 v. Chr.).

Wie ist das bei dir?

Kennst du wahre Ruhe im Kopf?

Was möchtest du endlich ausmisten?

Welche emotionalen Energiefresser möchtest du endlich loslassen?

 

Teile gerne deine Gedanken und Erfahrungen mit uns. Dein Feedback ist wertvoll und inspiriert uns alle!
Wir freuen uns auf jeden Fall, von dir zu lesen!

Herzlichst, Irmgard und Stefan

Stefan und Irmgard Wallner, Foto von Danila Amodeo